Langstreckenwanderung ohne Blasen: So geht’s!

Blasen sind der natürliche Feind bei jeder Wanderung. Die Stellen an den Füßen, aber auch an anderen Körperstellen, sind äußerst schmerzhaft und stören bei jedem Schritt. Im vielen Fällen führen Blasen an den Füßen zum Abbruch der Wanderung, obwohl andere Körpersysteme noch kaum Ermüdungserscheinungen zeigen. Je nachdem, welches Equipment man verwendet, können die Blasen bereits zu Beginn der Strecke, aber auch nach vielen Kilometern entstehen.

Blasen werden durch verschiedenste Faktoren bedingt: Reibung, Druck, Feuchtigkeit, Wärme und Belastung gehören zu den wichtigsten Aspekten, welche die Blasenbildung fördern. Bei Blasen handelt es sich um Hohlräume, die sind in der obersten Hautschicht oder zwischen der oberen und der mittleren Hautschicht bilden. Durch die Reibung oder Druck lösen sich die Hautschichten voneinander und der entstandene Hohlraum füllt sich mit einer Gewebsflüssigkeit. Dadurch, dass die außen liegende Hautschicht durch die Blase von der Versorgung abgetrennt wird, stirbt das Gewebe ab und es entsteht eine Wunde. Blasen sollen dem Schutz des Gewebes dienen, die belastete Haut wird vom Körper abgestoßen, um tiefergehende Wunden zu vermeiden und einen Abstand zu der belastenden oder reibenden Stelle zu gewinnen.

Durch verschiedene Maßnahmen kann die Gefahr einer Blasenbildung deutlich minimiert werden. Folgende Tipps helfen Dir, Blasen bei einer Langstreckenwanderung zu vermeiden.

Tipp 1: Passendes Schuhwerk

Unpassende Schuhe sind der häufigste Grund für Blasen. Damit das Wandern angenehm ist und die Haut der Füße geschont wird, muss das Schuhwerk für die Langstreckenwanderungen perfekt passen. Neue Schuhe, auch von einer hohen Qualität, müssen eingelaufen sein und auf mehreren längeren Strecken von mindestens 10 km getestet werden. Auch eine passende Schuhsohle trägt zum Tragekomfort bei. Es ist wichtig, dass die Schuhe eine Größe größer sind, als Alltagsschuhe, da die Füße sich bei der erhöhten Belastung ausdehnen. Die Schuhe müssen gut geschnürt sein und nirgends scheuern, die Innenausstattung darf keine Kanten haben oder Druckstellen verursachen. Ebenso ist es wichtig, hochwertige Wanderschuhe zu tragen, welche atmungsaktiv sind und die Feuchtigkeit aus dem Schuh ableiten sowie die Füße abkühlen.

Tipp 2: Richtige Socken

Um keine Blasen zu bekommen, müssen die Socken mehrere Voraussetzungen erfüllen. Zwei Paar Socken zu tragen wird häufig empfohlen, um eine Reibung zwischen der Haut und dem Stoff zu vermeiden. Ebenso sehr zu empfehlen sind spezielle Lauf- bzw. Wandersocken, wie z. B. von der Marke Wrightsock. Die hochwertigen, doppellagigen Socken sind aus einer modernen Kunstfaser gefertigt und verfügen über doppellagigen Schichten, die die Reibung am Fuß verhindern und gleichzeitig deutlich weniger Feuchtigkeit speichern, als Baumwollsocken.

Baumwolle ist als Material für Socken für einen Langstreckenmarsch nicht zu empfehlen. Hightech-Kunstfaser oder natürliche Wolle eignen sich deutlich besser, um die Reibung zu minimieren. Bei einer Strecke von 60 km sollte man die Socken mindestens einmal, besser aber zweimal gewechselt haben. Wichtig ist es, die Socken vor dem Langstreckenmarsch nicht mit Weichspüler zu waschen, da viele Produkte winzige Teilchen enthalten, die sich bei längeren Strecken wie ein ganz feiner Sand anfühlen und die Füße stark belasten.

Tipp 3: Pflege der Füße

Damit das Gewebe optimal auf den Lauf vorbereitet ist, sollte man die Füße vor dem Marsch optimal pflegen. Die Füße sollten sauber, trocken und kühl sein, ein Mittel zur Vermeidung von Blasen beim Langstreckenmarsch ist zu empfehlen. Dazu kann man Hirschtalgsalbe, Anti-Blasen-Gels, Vaseline oder andere Präparate zur Reduktion von Reibung. Eine Feuchtigkeitspflege sollte man vor dem Marsch nicht auftragen, die Füße werden während der langen Wanderung einer vermehrten Belastung durch das Schwitzen und die Hitze ausgesetzt sein.

Tipp 4: Hornhaut aufbauen

Die Hornhaut an richtigen Stellen schützt den Fuß vor einer Belastung. Es ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, eine zusätzliche, belastungsfähige Schicht an den vermehrt beanspruchten Stellen zu entwickeln. Wenn man die Wanderschuhe bzw. Running Trail Schuhe für die Langstreckenwanderung einläuft, desensibilisiert man das Gewebe und schafft eine natürliche, belastungsfähige Schicht auf der Haut.

Wichtig ist es aber, die Füße ausreichend zu pflegen. Es ist nicht nur eine Frage der Optik: Zu grobe Hornhaut kann zu trocken werden und einreißen, die Sensibilität stören und beim Langstreckenmarsch zur Belastung werden. Hier zählt ein gesundes Maß.

Tipp 5: Tape und Pflaster nutzen

Jeder kennt seine Schwachstellen und manche Menschen neigen vermehrt zu einer Bildung von Blasen beim Wandern trotz passender Wanderschuhe und Socken. Die betroffenen Stellen kann man bereits vor der Veranstaltung abkleben. Dafür kann entweder spezielles Tape oder Blasenpflaster genutzt werden. Hier ist die Qualität von höchster Bedeutung:

Tipp 6: Versorgungsset  mitführen

Sollte man trotz aller Maßnahmen beim Wandern dennoch Blasen bekommen, ist ein Versorgungsset von höchster Bedeutung. Dazu gehören ein Desinfektionsmittel oder Desinfektionstücher, steriles Verbandsmaterial, Pflaster, eine sterile Nadel sowie ggf. Wundheilsalbe und Mittel zur Reduktion von Reibung, z. B. Vaseline oder Hirschtalgsalbe.

Blasen trotz Prävention: Was nun?

Bei einer hohen Belastung wie eine Langstreckenwanderung kann es passieren, dass sich trotz vorbeugender Maßnahmen trotzdem Blasen bilden. Hier ist es enorm wichtig, diese richtig zu behandeln, um die Wanderung mit möglichst wenigen Schmerzen fortsetzen zu können.

Spürt man beim Wandern, dass eine Blase entsteht, sollte der Hautbereich sofort entlastet werden. Dafür muss man Schuhe und Socken ausziehen und den Fuß versorgen. Die haut sollte die Möglichkeit bekommen, abzukühlen und zu trocknen. Anschließen sollte die Stelle desinfiziert und mit einem Blasenpflaster versehen werden. Wenn die Blase noch nicht mit Flüssigkeit gefüllt ist, sind die Chancen gut, dass der Prozess der Blasenbildung mit diesen Maßnahmen aufgehalten wird und er Zustand sich nicht verschlimmert.

Ist die Blase bereits bei der Wanderung größer und enthält Flüssigkeit aus dem Gewebe, kann es sein, dass ein Blasenpflaster nicht mehr ausreichen ist. Die Blase zu öffnen bringt in der Regel eine deutliche und schnelle Erleichterung, da der Druck wegfällt und die Schmerzen zurückgehen. Allerdings birgt das Öffnen der Blase eine Entzündungsgefahr aufgrund einer möglichen Infektion. Entzündete Blasen sind äußerst schmerzhaft und langwierig im Heilungsprozess, teilweise müssen sie aufgrund der Infektion medizinisch versorgt werden. Entscheidet man sich dafür, die Blase während einer Langstreckenwanderung zu eröffnen, sollte man in folgenden Schritten verfahren:

  1. Sterile Umgebung schaffen: Dazu gehört das Waschen der Hände, Desinfektion aller Werkzeuge sowie großflächige Reinigung des betroffenen Hautareals.
  2. Blase öffnen: Am besten verwendet man eine sterile Nadel, um die Gefahr einer Infektion zu senken. Um einen möglichst kleinen Raum für Erreger zu schaffen, sollte die Blase am Rand und nicht mittig angestochen werden.
  3. Entleeren der Blase: Die Flüssigkeit sollte aus der Blase mit einem sterilen Tupfer ausgedrückt werden. Die Haut darf auf keinen Fall entfernt werden, da diese eine Schutzschicht bildet und die Gefahr einer Entzündung reduziert. Die abgestorbene Haut darf erst nach dem vollständigen Austrocknen und in keinem Fall während der Wanderung gelöst werden.
  4. Wunde abdecken: Lässt man die verwundete Stelle wieder in Kontakt mit den Socken und Schuhen treten, ist es sehr schmerzhaft und mit der Gefahr einer Komplikation verbunden. Aus diesem Grund muss man die Blase mit einem Blasenpflaster versehen und anschließend tapen, um das Verrutschen des Pflasters zu verhindern.

Tipp: Damit die Blase ohne Komplikationen ausheilen kann, sollte das Blasenpflaster nicht abgenommen werden. Nach wenigen Tagen löst sich das Pflaster von allein.